Die Sichtweise bestimmt das Konzept der Arbeit

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Heute möchten wir auf einen Artikel des Autors Olivier Renault mit dem Titel „Arbeitsagentur hat Arbeitslagerkonzept“ auf den Seiten von RADIO STIMME RUSSLANDS hinweisen (hier).

Diese Momentaufnahme gibt eine offen-ungeschönte Einschätzung bezüglich der Lage und den jüngsten Entwicklungen um den Fall der deutschen Arbeitsvermittlerin Inge Hannemann wieder (wir berichteten darüber – mehr) und erscheint uns deshalb sehr lesenswert.

Die Idee aus Deutschland ein einziges, großes Arbeitslager (durch offene Einführung von Zwangsarbeit für alle Hartz IV Bezieher) zu machen, stammt noch aus der Zeit als Michael Glos (CDU) Wirtschaftsminister war (2005 – 2009). Damals gab es aber seitens der SPD einen großen Aufschrei und dann verschwand das Konzeptpapier erstmal wieder in der Schublade. Dort liegt es bis heute, um irgendwann wieder hervorgekramt zu werden. Wann, das ist nur eine Frage der Zeit, genauer des Krisenstandes und seiner ideologisch-affirmativen Verarbeitung seitens der bürgerlichen Herrschaftseliten.

Die Sichtweise jedoch, ganz Deutschland quasi wie ein solches Arbeitslager und somit „abstrakte (Lohn-)Arbeit“ als (Natur-)Grundlage des menschlichen Daseins überhaupt zu betrachten, in welchem wir als Schäfchen der Kapitalverwertungs- und Arbeitsmaschinerie zwangsverwaltet werden müssen, ist ohnehin bis heute die gängige Praxis. Dass die dieser Praxis zugrunde liegende Auffassung bei geschichtlicher Betrachtung der Entstehung der kapitalistischen Arbeitswelt nicht haltbar ist, sollte jedem halbwegs gebildeten Mitteleuropäer eigentlich klar sein. Dennoch fügen sich viele als Mitläufer immer noch in diese Denkweise und Praxis nahtlos ein. Diese Nahtstelle hat im Falle von Frau Hannemann nun erste Risse bekommen. Ihr gilt deshalb unsere volle inhaltliche und moralische Unterstützung. Wir sollten uns dafür einsetzen, diese Naht weiter aufzutrennen, indem dieser Diskurs öffentlich weiter geführt wird.

Illubalken

An der genannten Sichtweise inhaltlich zu rütteln, dürfte deshalb nicht nur speziell für Die Violetten, sondern für jeden Menschen in diesem Land eine notwendige, weil sinnvolle Aufgabe sein. Übrigens ein weiterer, guter Grund sich bei uns zu engagieren, denn zusammen fällt das deutlich leichter.

Eine fundamentale Kritik und Auseinandersetzung mit der Kategorie „Arbeit“ wird deshalb an dieser Stelle zu ggb. Zeitpunkt folgen.

Zum Artikel bei Radio Stimme Russland (hier)

Autor: Holger Roloff (LV Hamburg), 8. Mai 2013

Nachtrag vom 20. Mai 2013: Hier noch weitere Hintergrundinformationen aus erster Hand in einem Videoclip von PRETTY NEWS mit dem Titel „Inge Hannemann über Sanktionen und Praktiken im Jobcenter“:

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