Gleichberechtigung

Gastbeitrag von Andreas Bleeck
Frauen werden in Deutschland nach wie vor stark benachteiligt. Nach dem Gender Gap Index rangieren wir in manchen Bereichen hinter afrikanischen Staaten. Politik und Industrie weigern sich, Dinge umzusetzen, die in anderen Ländern schon lange selbstverständlich sind. Die Violetten haben sich das Thema Gleichberechtigung ganz oben auf die Fahne geschrieben, denn es ist der Weg zum Frieden in der Welt. Kinder, die mit emanzipierten Elternvorbildern aufwachsen, haben ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Sie lernen, frei zu wählen und über Geschlechterklischees hinweg ihr Leben so zu organisieren, dass sie von niemand abhängig sind. Das alte Rollenverständnis vom Mann als Ernährer und der Frau als Hüterin macht es dem Kapitalismus leicht, Menschen in Abhängigkeitsverhältnisse zu treiben und auszubeuten.
Frauen verdienen nach wie vor über 20% weniger als der Mann in vergleichbaren Berufen. Die Gefahr für Frauen, im Rentenalter mit Armut konfrontiert zu sein ist doppelt so hoch, wie für einen Mann. In den obersten Spitzengremien von Wirtschaft, Verwaltung, Politik und finden sich weniger als 5 % Frauen. Vom  Militär ganz zu schweigen. Man könnte fast vermuten, dass Männer auch deshalb Kriege anzetteln, weil es ihnen den Vorsprung erhält, den sie durch Anwendung von Gewalt bereits errungen haben.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen käme nicht nur Frauen zu Gute, sondern auch jenen Männern, die im System des Kapitalismus ihre Seele verloren haben und sich für jeden Job verdingen. Männern, die ihr Mannsein auf der Versorgerrolle aufbauen und dafür den Ellbogen ausfahren. Die Politik als Kampffeld betrachten und als Fortsetzung darwinistischer Selektionsprinzipien. Doch wir wissen heute, dass Frauen genauso gut ihren Mann stehen können und dass Männer es im Alter bedauern, so wenig Zeit mit ihrer Familie und ihren Kindern verbracht zu haben.
Spiritualität wird in unserer heutigen Welt als etwas Anstößiges betrachtet, vielleicht auch weil es ein Feld ist, auf dem das weibliche Prinzip sich besonders gut entfalten kann. In allen großen Kirchen der Welt hat der Mann die Macht an sich gerissen und damit die Herrschaft über ‚das Wort‘. Gleichzeitig behauptet er, eine Vermischung von Politik und Religion fände nicht statt. Dabei sind alle großen Krisen der Welt an der Trennlinie zwischen Religionen.
Wir sehen die Möglichkeit einer ganz anderen Welt. Einer Welt, in dem das weibliche und das männliche Prinzip in einem Gleichgewicht existieren und sich gegenseitig befruchten. In dem Kinder in spiritueller Freiheit heranwachsen und nicht vom Kitaalter an für ein System fit gemacht werden, das auf dem Prinzip des Stärksten aufbaut. Wir wollen eine gerechte Bezahlung in Berufen der Erziehung, Betreuung, Pflege, Reinigung usw. und eine bessere Umsetzung von Väterauszeiten.schmetterling_mit_praeambel_klein-300x295
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